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Ledersitze


Leder als Werkstoff

Für viele Autobesitzer sind Ledersitze der Inbegriff von Luxus. Bis zum fertigen Ledersitz ist es ein langer Weg. Er beginnt da, wo für die Kuh das Leben endet: im Schlachthof. Viele Fertigungsschritte sind nötig, um die Haut in haltbares Leder zu verwandeln: Zunächst werden die Häute in rotierenden Fässern von Unreinheiten, wie z.B. Haare, befreit. Danach schneiden scharfe Messerwalzen das Leder in die gewünschte Dicke. Im folgenden wird das Leder gegerbt, wobei bestimmte Eiweißverbindungen ersetzt werden. Es folgt noch die Entwässerung und Trocknung. So wird aus der verderblichen Haut haltbares Leder, welches durch eine Oberflächenbehandlung sein endgültiges Aussehen erhält.

Die Lederindustrie nutzt nur etwa zwei Prozent der gesamten Produktion für die Autoindustrie, da dort besonders hohe Ansprüche an die Qualität des Leders gestellt werden. Für die Autoindustrie werden ausschließlich Reste aus der Fleischproduktion verwendet. Für eine Luxuslimosine müssen die Häute von etwa fünf Kühen herhalten. Für einen Mittel- bis Oberklassewagen werden etwa 8 bis 14 Quadratmeter Rohmaterial verarbeitet.

Woran erkennt man gutes Leder?

  • es ist weich und geschmeidig
  • Farbechtheit prüfen: Papiertaschentuch anfeuchten und eine halbe Minute andrücken, färbt das Leder ab, ist es minderwertig
  • keine gleichmäßige Struktur, nur nachgeprägtes Leder hat eine gleichmäßige Struktur!

Lederpflege

Jedes Leder braucht besondere Pflege, um seine Geschmeidigkeit zu erhalten. Auch wenn es neu ist und man es hier gern mal vergisst! Für Autoledersitze ist die Auswahl an Pflegemitteln groß und kaum überschaubar. Ich empfehle unbedingt die Finger von Multipräparaten, sprich gleichzeitig reinigenden und pflegenden Mitteln, zu lassen. Man kann mit einem Pflegemittel nicht in einem Gang fettige Verschmutzungen entfernen und das Leder ordentlich nachfetten. Meist enthalten diese Produkte Lösungmittel, die das Leder langfristig schädigen. Am besten nur lösungsmittelfreie Produkte verwenden!

Reinigung der Oberfläche:

  • geeignet sind Neutralseife (Kernseife), oder Glycerinseife (Lederseife)
  • nur aufgeschäumt verwenden
  • immer kleine Flächen bearbeiten
  • aufgelösten Schmutz sofort entfernen, sonst zieht er ein

Tiefenpflege:

  • am geeignetsten sind Essigessenz (25%- Lösung) und Lederreinigungs-Benzin zum entfetten
  • nie Wasser verwenden
  • Lederfette oder Pflegemilch für die Geschmeidigkeit und Glanz
  • Bienenwachs kann bei einigen Ledersorten die Poren verstopfen und ranzig werden; Ausweg: synthetische Fette





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